Das Recht auf Abschalten als Schlüssel zu mehr Wohlbefinden und Produktivität
Abschied von der "Always-on" Kultur
In der heutigen Arbeitswelt, in der die Technologie es ermöglicht, immer und überall erreichbar zu sein, verschwimmen die Grenzen zwischen Berufs– und Privatleben zusehends.
Ein gesetzlich verankertes “Recht auf Abschalten” gewinnt weltweit an Bedeutung und wird in Ländern wie Frankreich, Italien, der Slowakei und Kanada bereits praktiziert. Auch Kalifornien erwägt die Einführung ähnlicher Maßnahmen.
Doch können solche Gesetze allein die tief verwurzelte Kultur der ständigen Erreichbarkeit wirklich verändern?
Gesetzgebung: Ein notwendiger Anfang, aber kein Allheilmittel
Die Einführung von Gesetzen, die es verbieten, Mitarbeitende nach Feierabend zu kontaktieren, ist ein wichtiger Schritt. Doch wie die Erfahrungen aus den oben genannten Ländern zeigen, reicht dies nicht aus, um eine Kultur, in der von Beschäftigten erwartet wird, rund um die Uhr verfügbar zu sein, grundlegend zu wandeln.
Gesetze können den Rahmen schaffen, aber die wahre Herausforderung liegt darin,
die Unternehmenskultur von innen heraus zu verändern.
Eigeninitiative und klare Grenzen setzen
Mitarbeitende selbst müssen oft die Initiative ergreifen und klare Grenzen setzen. Dies kann durch offene Gespräche mit Kollegen und Vorgesetzten geschehen, in denen der Bedarf an ungestörten Zeiten kommuniziert wird. Organisationen müssen diese Bemühungen unterstützen, indem sie klare Richtlinien schaffen und den Mitarbeitern die nötigen Tools an die Hand geben, um eine Balance zwischen Beruf und Privatleben zu finden.
Inspirierende Führung ist der Schlüssel
Ein Wandel einer Kultur ist ein Prozess, der Zeit und Know-how benötigt. Es geht nicht, dass wir eine alte Kultur beseitigen, ohne sie durch eine neue zu ersetzen. Die Verantwortung für den Kulturwandel liegt nicht nur bei den Mitarbeitenden, sondern auch bei den Führungskräften. Diese müssen den Wandel nicht nur unterstützen, sondern auch vorleben. Vor allem das mittlere Management spielt dabei eine wichtige Rolle. Sie übernehmen oft passiv die Verantwortung für die Unternehmenskultur. Lese dazu unseren Blogbeitrag „Mittleres Management: Die wahren Gestalter einer starken Unternehmenskultur“.
Das mittlere Management – das Bindeglied jeder größeren Organisation – muss dazu ermutigt werden, Verantwortung für die Kultur zu übernehmen und Offline-Zeiten zu ermöglichen bzw. zu fördern. Mitarbeitende dürfen sich nicht benachteiligt fühlen, wenn sie außerhalb der vereinbarten Arbeitszeiten nicht erreichbar sind.
Fazit: Ein Prozess, der Zusammenarbeit erfordert
Das Recht auf Abschaltung ist ein wichtiges gesetzliches Werkzeug, doch echter Wandel erfordert eine tiefgreifende Veränderung der Unternehmenskultur. Management, Führungskräfte und Mitarbeitende müssen zusammenarbeiten, um eine neue Arbeitskultur zu etablieren, die das Wohlbefinden aller in den Mittelpunkt stellt.
In diesem Sinne ist der Abschied von der “Always-On” Kultur weniger ein Abschied von der Technologie, die uns ständig vernetzt hält, als vielmehr ein Neubeginn für ein gesünderes, ausgeglicheneres Arbeitsleben.
Hast du dich schon einmal gefragt, wie es um den Gesundheitszustand deiner Mitarbeitenden steht? Beurteile die psychische Belastung deiner Belegschaft und lege damit den Grundstein für ein effektives betriebliches Gesundheitsmanagement. Ergreife jetzt die Initiative und sorge für ein gesünderes Arbeitsumfeld!
Gesetze können den Rahmen schaffen, aber die wahre Herausforderung liegt darin, die Unternehmenskultur von innen heraus zu verändern.
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