Vertrauen beflügelt –
wenn Verantwortung einfach fliegt
Autor: Christian Rauscher
Lesedauer: 6 Minuten
Nicht schon wieder „Führung 3.0" oder „New Leadership"
Dr. Christian Rauscher bei einem Impulsvortrag: „Es reicht nicht, das Zielbild zu klären und auf die gute Fee zu warten“.
Zugvögel verstehen es besser als viele Führungsteams
Das Problem: Mikromanagement, als vermeintliches Rezept gegen Komplexität
Dienende Führung: Wir sind nicht allein die Helden
Moderne Führung bedeutet, den Kontext zu verstehen, eine klare Richtung zu setzen und diese auf allen Ebenen zu kommunizieren. So lange, bis sie selbstverständlich wird.
Dr. Christian Rauscher
Drei Schritte, die du morgen starten kannst
Theorie ist schön. Aber was kannst du konkret tun? Hier drei Ansätze, die sofort wirken:
1. Entscheidungsmatrix erstellen – Nimm dir 30 Minuten Zeit. Liste 5 typische Situationen auf, in denen dein Team heute noch zu dir kommt. Markiere ehrlich: Wo bin ich Flaschenhals, obwohl das Team selbst entscheiden könnte? Bei einem unserer Kunden waren es Reisekosten, Urlaubsfreigaben, Überziehungsanfragen unter 1.000 Euro. Definiere klar: „Ab sofort entscheidet ihr hier selbst. Ich will nur noch informiert werden, nicht mehr gefragt.“ Schriftlich festhalten. Team einbeziehen.2. Verantwortungs-Gespräch führen – Vereinbare mit jedem Teammitglied einzeln: „In diesen Bereichen triffst du ab jetzt eigenständig Entscheidungen. Ich vertraue dir. Bei Unsicherheit: Besprich es mit Kolleg:innen, nicht automatisch mit mir.“ Wichtig: Halte dich daran. Wenn sie trotzdem fragen, verweise zurück: „Das ist dein Entscheidungsbereich. Was denkst du?“ Die ersten Male fühlt sich das komisch an. Aushalten.
3. Wochenreflexion einbauen – Jeden Freitag 10 Minuten: Wie oft habe ich diese Woche operativ eingegriffen, obwohl es das Team hätte lösen können? Wie viele Stunden habe ich mit Freigaben verbracht? Wo war ich Engpass? Ehrlich notieren. Nach vier Wochen siehst du Muster. Und du kannst gezielt nachsteuern.
Das sind keine revolutionären Frameworks. Das ist ehrliche Arbeit an dir selbst. Und genau die braucht es. Für mich ist eines der eindrücklichsten Bücher in diesem Zusammenhang das Werk „Turn the ship around” des ehemaligen U-Boot Kommandanten, David L. Marquet. Sein Verständnis von Führung basiert darauf, aus Mitarbeitenden, eigenständig handelnde Leader zu entwickeln. Ja! Das erfordert Zeit und einen eisernen Willen! Es erfordert viele Gespräche, in denen das Denken angeregt wird. Fragen wie “Wie würdest du entscheiden? – Warum?” oder “Welche Informationen hast du für diese Entscheidung herangezogen und wie hast du sie gewichtet?” führen zu eigenständigem Denken und dürfen in unser Standardrepertoire aufgenommen werden. Aber sie erfordern Ruhe und Zeit.Banken 2025: Führung unter Starkwind
Wie wir helfen: Von der Theorie ins Handeln
Dort, wo klare Ziele, definierte Entscheidungsräume und Vertrauen herrschen, wird Initiative zur Selbstverständlichkeit. Aber wie kommen wir dahin?
- Führungskanon entwickeln & leben – Gemeinsam mit Vorstand und Führungsrunde erarbeiten wir die Erwartungshaltung an zukunftsgerichtete Führungsarbeit. Prägnant, verständlich und verbindlich. Vermutlich noch wichtiger: WIE diese Anforderung in der Praxis wirksam wird. Es langt nicht, das Zielbild zu klären und auf die „gute Fee“ zu warten. Da dürfen wir nachhalten und organisational verankern. Ergebnis: Klarheit und Handeln, das Wirkung entfacht.
- Kulturaudit – konkret auf drei Ebenen – Wir analysieren, wie gut Verantwortungsübernahme heute funktioniert, wo Mikromanagement bremst und welche Schritte die Kultur weiterentwickeln. Das Besondere: Wir analysieren nicht nur auf Ebene der Bank, sondern auch auf Abteilungs- und Team-Ebene. Um individuell greifbar zu sein, spezifisch die Stärken und Potenziale aufzuzeigen und das interne Commitment für Wandel zu stärken.Ein Kunde brachte es charmant auf den Punkt: „Das ist nicht immer angenehm, aber hochgradig wirkungsvoll.“ Genau darum geht’s. Ein US-General meinte mit Blick auf erforderliche Reformen: Wenn Sie Wandel nicht wollen, werden Sie sich mit vollkommener Irrelevanz vermutlich noch viel weniger anfreunden! Es gibt nur diese zwei Alternativen. Ja, es tut weh zu erkennen, dass gut gemeinte Verhaltensmuster die Eigeninitiative systematisch ausbremsen. Aber diese Erkenntnis ist der Wendepunkt.
Leadership is about making others better as a result of your presence – and making sure that impact lasts in your absence.
Sheryl Sandberg
Fazit: Die Verantwortung fliegen lassen
Möchtest du wissen, wie deine Unternehmenskultur und Führungsteam mehr Auftrieb bekommen – und Verantwortung im Team zum Selbstläufer wird? Lass uns darüber sprechen und gemeinsam die passenden Strukturen entwickeln.
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