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Bankbarometer 2010 PDF Drucken E-Mail

Bankbarometer 10: Heimische Banken suchen nach strategischer Antwort


„Im vergangenen Jahr lag die Stimmung unter den heimischen Bankvorständen am Boden, heuer sind wir kaum einen Schritt weiter.“ So könnte ein erstes Zwischenfazit aussehen. Dabei wird die allgemeine wirtschaftliche Lage Österreichs tendenziell besser eingeschätzt als jene der Banken. Von den über 180 befragten Vorständen und Führungskräften erwarten sich lediglich 28% eine Verbesserung in der Ertragssituation in den Banken. Die Krise ist aus Sicht der Banken keinesfalls ausgestanden; 43% sehen den Höhepunkt der weltweiten Wirtschaftskrise vor uns, lediglich 13% meinen, das Härteste wäre schon überstanden.

Entgegen dem allgemeinen Zweckpessimismus wird das eigene Bankhaus von mehr als 56% als Gewinner gesehen. Positiv werden die konkreten Geschäftszahlen für 2010 erwartet: Bei den Provisionen aus dem Vertrieb erhoffen sich 45% ein spürbares Plus von 3% oder mehr. Die Kreditnachfrage wird auf hohem Niveau gesehen: jeder Zweite erwartet ein Plus von 3%.

Hinsichtlich der Kundengewinnung sind 30% der Banken sehr optimistisch und rechnen mit Zugewinnen von bis zu 10%. Daneben sehen die Befragten vor allem im Bereich Web 2.0 und Online Banking eine Chance, neue Kunden zu gewinnen, wobei diesen Chancen kein konkretes Handeln einhergeht.

Fast alle Wettbewerber der Banken werden im vergangenen Jahr als Verlierer der Krise eingestuft. Am schlimmsten hat es erneut die Finanzvertriebe AWD & Co getroffen. Satte 88% der Bankvorstände sehen in diesem Geschäftsmodell eine Schwächung am Markt. Aber auch bei Versicherungen ist das Saldo aus „Stärkung der Marktposition“ minus „Schwächung der Marktposition“ negativ. Direktbanken und Internetplattformen sind schon wieder auf der leichten Gewinnerseite. Diese beiden Gruppen zeigen im Vergleich zu 2009 eine deutliche Verbesserung der Marktstellung (Direktbanken +47,3%, Internetplattformen +60,5%).

Der Trend von 2009 bleibt beim Thema Wettbewerb bestehen und zeigt ein Steigen der Wettbewerbsintensität. Über 70% der befragten Führungskräfte erwarten einen weiteren Anstieg des Wettbewerbes in den nächsten 12 Monaten.

Die hohe Verschuldung der Staaten löst bei den Führungskräften die Befürchtung vor steigenden Verbraucherpreisen aus. Um das Budget auf Bundes- und Landesebene zu sanieren, werden weitere Steuern und Sparmaßnahmen in Österreich erwartet. 89% der befragten Führungskräfte rechnen kommendes Jahr mit neuen Steuern in Österreich

Vor allem die Situation in Griechenland besorgt die Führungskräfte. Knapp die Hälfte befürchtet direkte Auswirkungen auf die Bilanzen der österreichischen Banken und weiter reichende Konsequenzen werden nicht ausgeschlossen. Über 65% sorgen sich vor weiteren Staatspleiten in Europa und knapp 57% befürchtet noch weitere Herausforderungen im osteuropäischen Markt. Im Falle einer Staatspleite zählen die Führungskräfte auf den starken Zusammenhalt der Eurozone. Über die Hälfte der Befragten fordern in solch einem Fall die Rettung durch die EU-Staaten und den IWF. Der Ausschluss Griechenlands, wie von Karl-Heinz Grasser in einem Standard Interview gefordert, trifft bei 70% der Befragten auf Ablehnung.

Alle Informationen des Bankbarometer 2010 können Sie in der Gesamtstudie nachlesen.
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